30. Mai 2016

Lösung im Sinne von Stadt und Bürgern
CDU macht Kompromissvorschlag zur Straßenumbenennung Upjever
Die CDU in Schortens will das Problem mit belasteten Straßennamen in Upjever durch einen Kompromiss lösen. Die Schumacherstraße soll demnach auch weiterhin diesen Namen tragen. Allerdings soll sich die Namensgebung nicht mehr auf Carl-Alfred Schumacher, sondern auf Enno Schumacher beziehen. Der stand dem Standort in den Jahren 1970 bis 1972 als Kommodore vor. Einen entsprechenden Antrag hat die CDU Fraktion heute gestellt. Nach Vorstellung der Christdemokraten soll das Thema auf der Sitzung des Stadtrates am 16. Juni beraten und entschieden werden.

„Der Vortrag des Militärhistorikers Dr. Vogel in der vergangenen Woche war sehr aufschlussreich für uns", sagt CDU Fraktionssprecher Axel Homfeldt. Nachdem belegbar dargestellt werden konnte, dass Carl-Alfred Schumacher nicht nur ein überzeugter Nationalsozialist, sondern als Mitglied des Reichskriegsgerichtshofes nachweislich an Todesurteilen, unter anderem wegen Wehrverweigerung, beteiligt war, könne die Widmung der Straße nicht aufrecht erhalten werden.
In dem Vortrag des Militärhistorikers sei ebenso deutlich geworden, dass es sich bei Hermann Edert um einen Soldaten gehandelt habe, der maßgeblich an dem Aufbau des Flugplatzes Upjever beteiligt war. Dieses mache ihn in Friesland zu einer Person der Zeitgeschichte. Sein Wirken als Soldat im Zweiten Weltkrieg allein reiche aus Sicht der CDU nicht aus, die Widmung dieser Straße zurückzunehmen. „Und auch seine Beteiligung als junger Mann am Kapp-Putsch ist nur bedingt ein Argument. Wir hatten in Deutschland auch schon mal einen Außenminister, der nicht nur der autonomen Szene angehörte, sondern Polizisten verprügelt mit Steinen beworfen hat", erläutert Homfeldt.
„Für uns als Politik muss es bei dieser Sachlage darum gehen, eine pragmatische Lösung für die Bürger und die Stadt insgesamt zu finden", erklärt der Fraktionssprecher. So sei der Vorschlag, einen ehemaligen Kommodore aus den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts als Bezug für den Straßenamen herzustellen, ein gangbarer Kompromiss. Statt eines großen formalen Aufwandes bei einem komplett neuen Namen könne nun ein einfaches Zusatzschild angebracht werden, auf dem der Bezug bei der Namensgebung erläutert werde. Zudem gebe es nach Gesprächen auch die Rückmeldung, dass die Anwohner mit dieser Lösung leben könnten. „Wir haben das Thema jetzt lange und ausführlich diskutiert. Die CDU würde es sehr begrüßen, wenn nun zeitnah entschieden und das Thema damit abgeschlossen werden könnte", so Homfeldt.
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