28.05.2016

Wertschätzung für die Landwirtschaft geht verloren
CDU Schortens besucht zwei Milchviehbetriebe / Verbraucher sensibilisieren

„Unsere Einstellung zur Produktion von Lebensmitteln sowie die Wertschätzung für die Arbeit unserer Landwirte sollte sich in unserem Verbraucherverhalten zum Ausdruck bringen", sagt CDU Vorsitzende Melanie Sudholz. Gemeinsam besuchten Stadtverband und Ratsfraktion am Sonnabend zwei Milchviehbetriebe, um sich über die Situation der Landwirte zu informieren. Nach rund drei Stunden Informationen und Diskussion stand für die Christdemokraten aus Schortens fest: Die Verbraucher haben es selbst in der Hand, gute Lebensmittel zu sich zu nehmen, die ihren Preis auch wert sind.

Die Landwirte Hilmar Beenken und Jörg Even öffneten ihre Höfe für die Besuchergruppe. Ihr Fazit wurde schnell deutlich: Für rund 20 Cent pro Liter Milch können sie auf Dauer nicht produzieren. „Wir geben bei diesem Preis jedem Tankwagen der Molkerei noch Geld mit", so Even. Eine Ursache sehen die Landwirte unter anderem in der Marktmacht der großen Einzelhandelskonzerne. „Wenn fünf große Lebensmittelhändler den Markt beherrschen, dann bestimmen sie auch den Preis", so Jörg Even. Eine Lösung sehen die beiden unter anderem darin, dass die Molkereien in Deutschland enger zusammenarbeiten müssten, um dieser Marktmacht etwas entgegenzusetzen.
Grundsätzlich bemängelten die beiden Milchviehhalter, deren Höfe seit mehreren Generationen in Familienhand sind, dass die Verbraucher den Kontakt zur Produktion von Lebensmitteln zunehmend verlieren. „Wo etwas herkommt, wie es produziert wird, ist leider immer mehr Menschen offenbar egal. Sie greifen einfach zum billigsten Angebot", erklärt Even seine Beobachtung. Der daraus resultierende Druck auf die Produzenten führe dazu, dass immer mehr Landwirte ihren Hof und damit ein Stück weit ihr Leben aufgeben würden.
Es sei sehr schwierig, politisch in den Markt einzugreifen, so Sudholz. Allerdings teile sie die Einschätzung, dass die zunehmende Konzentration auf dem Lebensmittelmarkt nicht nur den Produzenten, in diesem Falle den Landwirten, sondern letztlich auch den Verbrauchern schaden werde. „Die Wertschätzung für die Landwirtschaft geht immer mehr verloren. Und das zeige sich nicht nur aktuell am Milchpreis, sondern auch bei Diskussionen um Treckermaut auf öffentlichen Straßen oder der Gülleausbringung", erklärte die Vorsitzende. Es müsse wieder stärker miteinander gesprochen werden, um den Dialog zwischen Verbrauchern und Landwirtschaft wieder zu verbessern. Dafür wolle sich die CDU auch in Schortens verstärkt einsetzen.
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